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SOLLTE FAIR FASHION MASSENTAUGLICH SEIN?

SOLLTE FAIR FASHION MASSENTAUGLICH SEIN?

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Was man als Fair Fashion Blogger öfters hört: Ihr lebt doch in einer Blase. Sie wird zwar größer, aber es stimmt schon; Fair Fashion ist immer noch eine Nische. Wenn man sich im gleichen Umfeld bewegt, wird es für einen selbstverständlich, dass bestimmte Themen auf den Tisch kommen. Das heisst aber noch lange nicht, dass alle Menschen darüber sprechen. Oder die breite Masse. Ich würde mal behaupten, dass viele von uns einen ähnlichen Werdegang haben. Wir leben in einer Großstadt, interessieren uns für Mode, haben studiert und machen etwas Kreatives. So zumindest fühlt es sich an, wenn sich die Leute aus der Branche treffen. Und natürlich haben alle das übergeordnete Ziel, die Welt wenigstens ein Stückchen besser zu machen. Viele ernähren sich vegetarisch oder vegan und hinterfragen den konsumorientierten Lifestyle.

Fair Fashion ist immer noch eine Nische, aber sollte sie sich da hinaustrauen, um mehr Menschen zu erreichen?

All das ist schon mal sehr toll. Und sicherlich findet auch langsam ein Wandel statt. Die Nische wird größer. Aber ist sie schon groß genug, um wirklich etwas zu verändern? Wenn ich mich aus meinem Freundeskreis bewege, dann merke ich oftmals, dass Fair Fashion zwar irgendwie in den Hinterköpfen spukt, aber noch längst kein Thema ist, mit dem man sich täglich befasst. Deswegen frage ich mich, ob Fair Fashion erst mal massentauglich werden muss?

Onlineshops wie Zalando bieten zum Beispiel Kleider in einem Ratgeber an, worunter man dann auch faire Labels wie Kings of Indigo, Nanushka oder Filippa K. entdeckt. So stößt man dann quasi zufällig auf faire Labels und das Thema wird für die breite Masse zugänglicher gemacht. Viele Onlineshops haben sogar schon spezielle Menüs für Nachhaltigkeit oder faire Mode. So sind diese Kleidungsstücke schon mal thematisch ein wenig abgegränzt. Und jemand, der mit diesem Thema vorher noch nicht vertraut war, stößt vielleicht eher zufällig auf eine faire Marke und erfahrt so den Hintergrund zur Produktion und den ausgewählten Materialien.

Vielleicht denke ich da aber auch naiv. Denn ich weiss, dass sich sehr viele Wünschen, dass sich faire Mode noch offensichtlicher abgrenzt. Längere Zyklen bei der Veröffentlichung neuer Kollektionen, langlebigeres Desgin und nachhaltige Materialien. Auch Sales sind mehr und mehr verpöhnt.

Vielleicht braucht es eine gewisse Übergangszeit, bis sich Fair Fashion wirklich strikt absetzen kann.

Aber wenn sich Fair Fashion aus der normalen Modebranche noch mehr distanziert und einen eigenen Rhythmus fährt, vielleicht ist sie dann noch mehr eine Randbewegung. Sollte es nicht vielmehr eine gewisse Übergangszeit mit viel Toleranz geben, damit sich die faire Mode quasi von hinten an die (noch) Konsumenten ranschleichen kann? Sodass mehr Unterstützder für diese Thematik gewonnen werden können?

Versteht mich nicht falsch: ich finde diese Entwicklung toll. Dass sich die Menschen noch mehr Gedanken über eine Alternative zur schnellen Mode machen. Wirkliche Slow Fashion widersetzt sich eben den Saisons. Und in einer perfekten Welt, findet Kleidung wahrscheinlich irgendwann immer wieder zurück in den Kreislauf. Upcycling statt neuen Stücken. So war auch der oftmals geäußerte Wunsch bei den Fashion Changers auf der Fashion Week.

Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich die Mode neu erfindet. Spannend zu bleiben trotz mehr Rücksicht und Langsamkeit. Ohne Mode wäre das Leben ja auch nicht sonderlich spannend. Aber vielleicht sollten wir unsere Beziehung zu ihr noch mal überdenken.

xxbina


  1. *thea

    24 Januar

    Tolle Gedanken zu diesem Thema! Ich bemerke auch, dass abseits von meiner Online-Blase kaum sich jemand mit diesem Thema beschäftigt… ich finde aber gerade durch instagram und Blogs wie deinen bekommt das Thema doch auch aus Consumer-Sicht immer mehr reichweite. Massenware soll es auf keinen Fall werden – aber ein Stück weiter ins Bewusstsein des Mainstreams? Von mir aus gerne! Liebe Grüße

  2. Sofia

    26 Januar

    winter feeling <3 Greetings from Switzerland //Sofia (…visit my blog for Scandinavian interior and style tips)

  3. Franzi

    26 Januar

    Das Thema ist ein wahrliches Dilemma und wahrscheinlich wird es da auch nie eine Lösung geben, denn fair bedeutet noch lange nicht nachhaltig und solange der Konsument keine Wertschätzung für ein Produkt entwickelt wird fair fashion niemals für die Breite masse zugänglich sein, denn Geld regiert nun mal die Welt..

    Ich finde im Zuge dieser ganzen Reise, faire Mode zugänglicher zu machen, sollte man es auch irgendwie schaffen die Gesellschaft zu sensibilisieren – wir sprechen alle so viel über Nachhaltigkeit aber der Konsum ist trotz alle dem in den letzten Jahren um das doppelte gestiegen, da wird Fair ja auch nur additiv..

    Deshalb denke ich ist es ein wichtiger schritt in dieser Blase aktiv zu sein, denn ich würde mal behaupten, dass sie größer wird und immer mehr inspiriert. Es sind wirklich kleine Schritte, die wir da gehen, aber ganze viele kleine Stimmen werden irgendwann zu einer Großen! Nerven, aufmerksam machen und an seinem Grundsatz festhalten und sich gegenseitig stärken 🙂

    Hab ein wunderbares Wochenende
    Franzi

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