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HILFESCHREI AUF PRIMARK-ETIKETT // DAS ÜBERRASCHT ...

HILFESCHREI AUF PRIMARK-ETIKETT // DAS ÜBERRASCHT EUCH???

Kolumne Hilfeschrei PrimarkLetzte Woche ging ein Raunen durch die Modewelt. In Kleidungsstücken von dem Billiganbieter sind Etiketten mit Hilferufen in Textilien eingenäht worden. Eine Kundin, die sich natürlich nieeee darüber Gedanken gemacht habe, woher ihre Kleidung komme, hatte das erste entdeckt. Weitere Hilferufe auf Pflegehinweisen folgten: Forced to work exhausting hours und Degrading working conditions. Die Menschen waren entrüstet. Waaaas? Ich zahle ganze drei Euro für mein Kleidungsstück und Menschen müssen dafür leiden? Unglaublich. Aber wahr.

Viel erschreckender als diese Etiketten – deren Herkunft übrigens noch nicht geklärt wurde; Primark behauptet fest, es handle sich um einen Scherz – ist unsere Reaktion darauf. Natürlich haben die Medien endlich wieder ein Thema, auf das sie sich stürzen können und die Modemeute kann nun fleissig mitdiskutieren, ob sie sich an Billigmode bereichert oder nicht. Ich frage mich aber wirklich bei dem Ganzen: ist das euer Ernst?! Diese Diskussion ist alles andere als neu und regelmäßig wird über die Bedingungen in Bangladesch und anderen Entwicklungsländern berichtet – zuletzt als es das fürchterliche Unglück in einer Fabrik in der Nähe von Dhaka gab, in der die Sicherheitsvorkehrungen mal galant umgangen worden sind und zahlreiche Menschen ihr Leben lassen mussten. Nach diesem Vorfall wurden KIK und Co. von den Medien und Verbrauchern angeklagt, warum sie in solchen Fabriken fertigen würden. Alles gemein. Kinderarbeit. Kein Urlaub. Zu viele Arbeitsstunden. Und soll ich euch mal sagen, wer das Elend aber ganz stark mitverantwortet? Wir alle. Mit unserem Kaufverhalten.

Denn nicht nur Primark und KIK lassen in Bangladesch produzieren, auch Modefirmen, die weit aus mehr für ihre Kleidungsstücke verlangen, beziehen ihre Kleider aus diesen Fabriken. Es ist der Konsument, der entscheidet. Wir wollen viel. Viel neues. Und dann gibt’s ja auch noch die, die für eine Jeans nicht mehr als neun Euro ausgeben wollen. Dass dabei Leute auf der Strecke bleiben, ist auch klar. Es geht um Schnelligkeit und den Preis, nach mehr wird ehrlich gesagt nicht gefragt. Wenn ein Kunde eine Auflage von einer halben Million Stück pro Style in Auftrag gibt und nur der Preis entscheidend ist, fragt kein Mensch hier mehr: Und wie geht es den Leuten, die das bewerkstelligen sollen? Schlafen sie genug? Haben sie genug Essen und eine vernünftige Bezahlung. Leider Gottes interessiert das hier keine Sau. Hauptsache der Artikel liegt rechtzeitig für wenig Geld in der Schippe und geht weg wie warme Semmeln. Ja, und wir wundern uns? Mal ehrlich.

Eine andere Geschichte aus der Textilbranche: wir alle lieben doch diesen wunderschönen Used-Effekt auf Denimteilen. Es gibt Sandstrahler, die feinen Sand auf die Teile sprühen und somit die erste Farbschicht abtragen. Leider setzt sich dieser Sand auch in den Lungen der Arbeiter ab und führt zu schweren Lungenkrankeiten, die sogar tödlich enden können. Was hat sie klevere Bekleidungsindustrie gemacht, um diesem bestialischen Verfahren den Garaus zu machen? Handscrub war die Lösung. Man nennt es Handscrub, stellt an die Firmen die Bedingung, dass nur noch Jeans mit Handscrub gekauft werden dürfen, weil der sensible europäisch Konsument das nun mal möchte. Ich habe aber noch nie mitbekommen, dass das jemand kontrolliert und mein logischer Menschenverstand sagt mir, dass der Zeitfaktor bei beiden unterscheidlich ist und auf den kommt es ja nun mal an. Das Resultat könnt ihr euch denken.

Aber kommen wir zurück zu dem jetzigen Skandal. Dass wir das alle nicht wollen, ist hoffentlich jedem bewusst. Aber ich denke, dass hier das Bewusstsein nicht mehr reicht. Zu weit weg ist das Problem, als dass es einen langfristig tangieren würde. Dieser Vorfall wird in wenigen Tagen besimmt auch wieder vergessen sein. Der Kunde glaubt einfach, Primark und andere werden aus diesem Vorfall gelernt haben und nun wird es dort fair zugehen. Nein, das wird nicht der Fall sein. Vielleicht ist bei uns – dem Verbraucher – endlich mal ein echter Wandel im Konsumdenken nötig. Viele Blogs propagieren sowieso seit langer Zeit: lieber auf ein Lieblingsteil sparen, als zehn günstige Fehlkäufe zu tätigen. Das ist eine Maßnahme. Aber ich denke leider nicht, dass sie reicht und besonders viele sich dieses Kaufverhalten leisten können.

Also muss der Konsument nerviger werden. Anstrengend und wissbegierig. Fragen woher die Klamotte kommt, lieber mal ein paar Euro mehr investieren und fragwürdige Stücke einfach liegen lassen. Ich fasse mir hierbei übrigens auch an die eigene Nase und werde mein Verhalten nun selbst unter meine strenge Beobachtung stellen.

So fragwürdig diese unwissend wirkende Reaktion auf mich auch ist, so ist es natürlich gut, dass die Medien dieses Thema mal wieder hochkochen lassen – egal ob nun Fake oder nicht. Aber dass diese Welt nicht fair ist, ist uns allen klar. Wo viel Geld verdient wird, bleibt Leben auf der Strecke – und das betrifft Mensch und Tier übrigens gleichermaßen (naja, die Tiere noch schlimmer). Dass dies sich in eine andere Richtung entwickeln muss, sollte unser aller Intention sein. Was meint ihr? Was könnt/wollt ihr nun tun? Ändert ihr euer Kaufverhalten oder ist euch das alles schnuppe, Hauptsache die Hose passt und plündert nicht das Konto. Ehrliche Meinungen sind gefragt, damit man die Diskussionsrunde eröffnen kann!

xxbina

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  1. Über Primark ärgere ich mich schon lange und vorallem über die, die dort Regelmäßig Shoppen gehen und ihre Kleidung dann Freudestrahlend auf You Tube presentieren. Bei Primark einkaufen ist anscheinend absolut in. Und ja, sie haben super hübsch Sachen allerdings habe ich mir dort noch nie etwas gekauft, da für mich bei den Preisenklar ist, das die Bedingungen nicht gut sind. Durch die Skandal wie den Einsturz des “Arbeitshauses”, bei dem etliche Primarkarbeiter ums Leben kamen, war meine entrüstung groß. So etwas unterstütze ich nicht.

    Ich kann verstehen wenn dort Menschen einkaufen die jeden Cent umdrehen müssen, leider sieht die Realität anders aus und auch Mädels die definitiv den einen oder anderen Euro mehr haben gehen lieber zu Primark und kaufen doppelt so viel ein. Bei Personen mit wenig Geld ist es für mich sehr verständlich, da wir leider in einer Zeit leben in der viele menschen wegen Kleidung ausgegrenzt werden oder eben gut aufgenommen werden. Aber das ist eigentlich ein anderes trauriges Thema 😉

    Zugegeben, ich kaufe auch bei anderen Firmen die sicherlich nicht die besten Arbeitsbedinungen haben, aber anscheinend sind diese wenigstens besser als bei Primark. Und ja nur fair hergestellte Kleidung können sich die wenigsten leisten. Ich mir zumindest nicht. Und natürlich freut sich jeder über einpreiswertes Hübsches Teil. Aber für welchen Preis? Daher ist Primark für mich ein No Go und absolut OUT und ja, ich würde dort an für sich einkaufen gehen, wenn die Sachen mehr kosten würden und die Arbeitsbedingungen dadurch besser wären, denn dort gibt es schon hübsche sachen.

    Und wenn ich dann aber mal etwas teureres Kaufe, was ab und an schon auch vorkommt, weiß ich leider dennoch nicht wie gut die Arbeitsbedingungen dort sind, oder ob ich ehr für die “Marke/Firma” Zahle…. Ich würde mir mehr transparenz wünschen. Und natürlich strengere richtlinien für die Arbeitsbedingungen auch im Ausland. Das Konsumverhalten sollte nicht über der Menschlichkeit stehen…Leider sehen das manche Personen anders. Hauptsache man sieht chick aus, und kann doppelt so viel kaufen…sehr traurig.
    LG Lia

    • Bina

      30 Juni

      Liebe Lia, das stimmt leider wirklich viel zu oft. Wenn die Probleme weit weg sind und es um unseren eigenen Nutzen und unsere Bedürfnisse geht, verschliessen wir gerne mal die Augen. Aber – Gott sei Dank – denken einige ja doch anders und hoffentlich sind das diejenigen, die etwas bewegen. Ich würde mir das sehr wünschen. Dank dir für deinen Kommentar. Liebst, Bina

      • Das bleibt zu hoffen, wünschenswert wäre es definitiv.
        Liebe Grüße Lia

  2. Romy

    29 Juni

    Ich halte die Etiketten für Fake – aber nicht scherzhaft. Sie werden vermutlich von Kritikern eingenäht worden sein und die Stücke wurden zurück in den Laden gehangen. Aus meinem Chinaaufenthalt kann ich mir nämlich nur schwer vorstellen, dass auch nur eine einzige Näherin überhaupt ein englisches Wort hinbekommen hätte.
    Aber ob sie es nun eingenäht haben oder nicht ist prinzipiell egal; wer seine eigene Stimme nicht erheben kann, braucht jemanden der es für ihn tut.

    Grundsätzlich ist es mehr als heuchlerisch zu sagen, man hätte es ja gar nicht gewusst. Jeder weiß es oder will es nicht wissen. Aber man muss auch mal die andere Seite betrachten: wir können nicht immer alles aus unserer kulturellen Sicht betrachten. Das Leben ist für die Näherinnen nicht so schlimm wie wir denken, auch wenn es für uns furchtbar aussieht. Natürlich kann es besser sein und es wäre auch gut, wenn es das ist, aber sie haben leider keine Alternativen – schon politisch bedingt. Die Firmen können kontrollieren so viel sie wollen; das Land muss ebenfalls seinen Beitrag leisten und das tun diese Staaten nicht. Als Beispiel: die Näherinnen vom Land können gar keine anderen Jobs machen. Es gibt in China eine Art Zweiklassengesellschaft: Städter und Landeier. Wo du geboren bist entscheidet welche Bildung und welchen Status du erhälst. Auf dem Land geborene Kinder dürfen nicht in der Stadt zur Schule gehen und bekommen auch keinen Stadtstatus. Und da läuft politisch noch einiges anderes schief. Es gibt so viele, die kritisieren und tolle Vorschläge geben á la “Einfach nicht mehr kaufen!”, denken aber nicht über die Konsequenzen nach. Nur, weil man die Sachen nicht mehr kauft, ändert sich in der Fabrik nichts – außer weniger Aufträge, weniger Arbeit, weniger Geld, noch schlechtere Bedingungen.

    Wenn die Firmen, und nicht nur Primark und Kik, auch Calvin Klein, Benetton, Armani und Co etwas ändern wollen würden, würden sie das tun. Geld und Macht haben sie dazu und das schon immer. Konsumverweigerung müsste in einer Größenordnung geschehen, die kaum machbar ist, um sie spürbar aufzurütteln: große Mengen, über längere Zeit, am besten zwei oder drei Saisons lang. Wer in beispielsweise Bangladesh produziert, hat eine Marge, die so ein paar hundert Jeans locker wegsteckt; tausende vermutlich sogar.

    David gegen Goliath ist eine tolle Geschichte, in der Modeindustrie aber nicht machbar. Verweigerung hilft den Menschen dort nicht. Wichtiger ist es, bewusster zu kaufen und nicht jedem kleinen Trendteil hinterherzuhächeln. Idealerweise kauft man nur bei fairen Händlern, aber und ein ganz großes aber: wer ist das noch? Um 100% Fairtrade sicherzustellen, muss man ganz vorne anfangen. Schön, dass die Näherinnen in einem guten Betrieb arbeiten. Wurde der vorgefärbte Stoff in einer Fabrik mit vernünftigen Bedingungen gefärbt? Wer hat die Baumwolle verarbeitet? Wo wurde der Stoff gewebt? Und wer hat das gemacht? Ginge das Kind am Webstuhl wirklich zur Schule, wenn es die Kinderarbeit in der Fabrik nicht gäbe? Auf keinen Fall. Es würde nebenan auf der Müllkippe neben brennenden Reifen verwertbares Zeug zusammensuchen – besser als Nähen? Die Kette eines 100% fairen T-Shirts ist sehr sehr lang und an einigen Stellen kaum noch nachvollziehbar.

    Dass Änderung herbei muss steht nicht zur Diskussion. Passieren muss etwas. Durch die alljährliche Berichtserstattung wird sich aber nichts ändern. Verbraucher, Verkäufer, Produzent und Staat müssen gemeinsam agieren. Der Verbraucher will, aber kann meistens nichts, weil er einfach nicht weiß, welche Marken nun wirklich fair sind und wenn sie es sind, kann er es sich wirklich leisten oder will er die Jeans für’s Kind, in die es 6 Monate hineinpasst, zu diesem Preis kaufen? Die Verkäufer können entscheiden bei wem sie einkaufen, haben da schon eine große Machtposition, können aber auch selten die ganze Produktionskette einsehen. Die Produzenten gestalten ihre Fabriken so, wie es übrlich ist und ihre gesellschaftlich vorgegebene Unternehmenspolitik es bestimmt – auch sie können vermutlich nicht einmal bis zum Beginn der Produktionskette schauen und wenn, interessiert es sie nicht. Der Staat, der wäre hier mein Lieblingsteil – was kann man von einem Staat erwarten, der nicht weiß ob er Kommunist, Sozialist oder Wasauchimmer ist? Denken wir mal ganz kurz darüber nach: Wie konnte China, mit knapp 1,4 Milliarden Einwohnern, vor 60 Jahren noch Dritte Welt Land und an Hungersnot leidend, innerhalb kurzer Zeit zur Weltmacht aufsteigen? Mit fairen Arbeitsbedingungen? Das ist wirtschaftlich nicht möglich. Um zu verstehen wie das alles von Statten ging, muss man sich mit Mao’s Politik beschäftigen und warum er in China auch heute noch verehrt wird – das Land hat durch ihn aus unserer Sicht unglaublich geitten; gehungert, die Leute hatten nichts mehr – aber sie lieben ihn. [Sie lieben übrigens auch Hitler und stellen Mao und Hitler auf eine Stufe. Warum? Weil sie die Vorteile sehen, die aus dem Elend entstanden sind].

    Worauf ich hinaus möchte: Wir denken zu westlich; zu industriell; zu schnell. Diese Länder sind mit uns wirtschaftlich weder auf einer Höhe, noch in ihrer generellen Entwicklung. China ist in den letzten 60 Jahren von einem mittelalterähnlichen Land auf ein eigentlich Schwellenland; entwicklungstechnisch Industriestaat in den 70er/80ern gewachsen – 60 Jahre Realzeit, Entwicklung gute 250 Jahre. China wird beispielsweise durch Größe und Bevölkerungsdichte niemals in der Lage sein eine Industrienation zu werden; es wird immer arme und bitterarme Regionen geben. Diese “Billiglohnländer” wachsen aber und faire Bedingungen sind nur wirklich möglich, wenn das Wachstum eine bestimmte Grenze überschritten hat. Es ist wie beim Hausbau: erst musst du schwitzen und Blasen an den Fingern haben, eh du dekorieren kannst.

    Verweigerung hilft keinem! Es ist notwendig, dass Unterstützung geleistet wird und, dass wir etwas Geduld haben. Auch wenn es für uns hier furchtbar erscheint, arbeiten sich diese Menschen hoch. Die Modefirmen sollten das Bestmögliche zur Unterstützung machen – nach Einsturz der Farbik wurde z.B. schon in Puncto Sicherheit nachgearbeitet. Der westliche Verbraucher muss aber auch verstehen, dass er nicht 1:1 denken darf. Arbeitstechnisch / politisch / sicherheitstechnisch befinden sich diese Länder nicht in unserem 2014 und wer mal fragt unter welchen Bedinungen unsere Großeltern malochen waren, der versteht wo die Entwicklung hingeht. Es geht aber nur vorwärts, wenn es auch mal wieder einen Schubs gibt, von Ländern, die wissen wie es geht. Und um den Firmen und Staaten einen Tritt in den Hintern zu verpassen, sind solche Aktionen mit den Etiketten gar nicht schlecht – so können im Sommerloch die Medien wieder einmal aufrütteln und Druck machen.


    Viel geschrieben; noch viel mehr möglich; für viele sicher ein Graus und Aufreger.. aber irgendwo muss mal ein Punkt gemacht werden; gibt es eigentlich ein Zeichenlimit?

    • Bina

      30 Juni

      Wooooow, was für ein langer und ausführlicher Kommentar! Dank dir dafür und du sprichst noch mal viele Aspekte an. Natürlich ist Bangladesch zum Beispiel auch von der Textilindustrie abhängig und dort nun alle Produktionen zu schliessen, wäre total kontraproduktiv und unmenschlich. Aber fairere Bedingungen wären doch wünschenswert. Ich kann mich erinnern, dass damals alle in China billigbillig haben produzieren lassen. Die Chinesen haben aber mittlerweile mehr Know-How und in den größeren Fabriken haben viele eine westlichere Einstellung bekommen. Deswegen haben viele Textilunternehmen ihre Produktion nun nach Indien verlegt… Es muss ein Wandel in den Köpfen der Konsumenten stattfinden, das sich auf die Firmen in den Industrienationen abfärbt, damit in den Entwicklungsländern andere Bedingungen geschafft werden. Das Problem ist ja, dass es natürlich ausschliesslich um Profit geht, deswegen wird es da kein freiwilliges Umdenken bei den Unternehmen geben. Wenn sich der Konsument allerdings anders verhält, werden sie es müssen. Liebst, Bina

  3. Danke, dass es mal jemand ausspricht. Denn schließlich war es uns allen auch vorher bewusst – will ich mal hoffen. Und nach dem Gejammer kommt doch wieder nichts.
    Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, wieso – fast nur – auf Primark rumgehackt wird (was nicht heißt, dass ich den Laden in Schutz nehmen will). Schließlich ist es bei H&M etc nicht besser. Das Geld mehr fließt eher an die Unternehmer als an die Arbeiter.
    Aber eigentlich müssen wir uns alle – wie du sagst – selbst kritisieren, dass wir so ignorant dem gegenüber kaufen.

    Lg Kathi

    • Bina

      30 Juni

      Es wird immer auf dem rumgehackt, der gerade erwischt wird. Dass noch viel mehr Unternehmen in zweifelhaften Fabriken in Bangladesch produzieren lassen, dürfte den meisten mittlerweile klar sein. Aber immer erst, wenn es etwas passiert, interessiert es uns hier. Sonst ist es dort – leider – Daily-Business… Bei sich selbst anfangen ist wohl immer der erste Schritt! Dank dir für deine Meinung. Liebst, Bina

      • Ja stimmt. Vor einigen Monaten waren es C&A und kik, hast recht.
        Ja, muss man wirklich und dann nicht mehr do in den Hintergrund drängen.
        Gerne und LG Kathi

  4. Claudia

    29 Juni

    Liebe Bina,

    bleibt zu berücksichtigen, dass dieses Etikett in Swansea/Wales aufgetaucht ist. Die Arbeitslosenquote in dieser Stadt ist sehr hoch, die Perspektiven sind niedrig, die Löhne gering. Da ist der Weg zu Primark dann wahrscheinlich doch recht schnell zurückgelegt, wenn es dort ein T-Shirt für nur drei Euro gibt. Auch wenn das Bewusstsein für die Art und Weise wie Mode entsteht, sowie für die damit verbundenen Arbeitsbedingungen, grundsätzlich wichtig ist, ist es in Swansea wahrscheinlich noch nicht so leicht umzusetzen, wenn das Geld fehlt. Nichtsdestotrotz gut, dass du dieses Thema ansprichst.

    LG, Claudia

    • Bina

      30 Juni

      Klar ist das ein Faktor – trotzdem rechtfertigt Arbeitslosigkeit ja nicht weitere Ausbeutung, oder? Dank dir für deinen Kommentar! Liebst, Bina

  5. Sophie

    29 Juni

    Schön, dass du über das Thema schreibst. Und mir gefällt, dass du zum Schluss auch Tiere erwähnst. 🙂
    An sich find ich die Idee, lange auf ein Lieblingsteil zu sparen gut. Das Problem dabei: Die Woche hat nun einmal sieben Tage und an jedem dieser Tage muss ich etwas tragen.
    Wenn man sich nur ein Teil kauft reicht das nicht für eine ganze Woche (okay, so etwas wie Hosen schon – kommt auf’s Teil an und darauf, wie oft man Wäsche wäscht, aber wenn man jeden Tag Wäsche waschen würde, wäre das schon wieder Wasser- und Stromverschwendung und bereits ein neues Thema).
    Für ab und zu finde ich die Idee echt nicht schlecht, aber (außer man hat echt viel Geld) für den Alltag ein wenig ungeeiget.
    Ich finde es schon okay, sich auch Klamotten bei z.B. Primark zu kaufen. Nicht jede/r kann sich teure Klamotten leisten und selbst die teuren Klamotten werden oft nicht besser produziert, deshalb ist es letztendlich egal wo man sie nun kauft.
    Zwischendurch kaufe ich mir persönlich gerne mal Teile von Fairtrade Marken, wie armedangels, aber meinen ganzen Kleiderschrank kann ich damit nicht füllen. Zum Einen wegen dem Preis, zum Anderen weil die Auswahl dort sehr viel kleiner ist, als bei “normalen” Läden/Marken. Damit meine ich nicht das Muster oder den Stil, sondern ob die Klamotten passen oder nicht und wie gut sie sitzen. Ich kann es mir nicht leisten, eine Hose, die nicht sitzt, für 60-100€ oder noch mehr zu kaufen.

    Trotzdem finde ich das Thema wichtig und versuche selbst darauf zu achten, auch wenn das oft nicht klappt. Wir sind alle bloß Menschen und jeder macht Fehler.

    Ich bin Vegetarierin und mir fällt es wesentlich leichter, kein Fleisch zu essen, als mich so sehr über die richtigen oder falschen Klamotten zu informieren. Fleisch kann man schließlich einfach weg lassen. Klamotten braucht man aber. 😀

    • Bina

      30 Juni

      Ich meinte auch nicht, dass man nun alle Klamotten, die man bereits besitzt und die von fragwürdiger Herkunft sind, in die Tonne wirft und sich komplett neu einkleidet – dafür fehlt wohl uns allen das Budget. Aber man hat ja bereits einiges im Schrank und wenn man das zukünftig mit weniger (dafür mit höherer Qualität) ergänzt, dann muss auch keiner nackig aus dem Haus gehen!^^ Dank dir für deinen Kommentar! Liebst, Bina

      • Sophie

        4 Juli

        Na das meine ich auch nicht 😀 Aber alte Kleidung kann z.B. kaputt gehen, oder man wächst raus oder nimmt zu/ab, sodass die Sachen nicht mehr passen und was neues her muss. Natürlich nicht von heute auf morgen, aber da kommt mit der Zeit schon was zusammen. 🙂

  6. Nina

    1 Juli

    Wenn wir alle mal von dem Gedanken abkommen würden, ständig neue Kleidung haben zu müssen (Stichwort: Nimm 3, bezahl 1), und weniger in Trend-Teile investieren würden, hätten wir auch länger etwas von unserer Garderobe. Überlegt doch mal: Wie lange überleben Teile von Primark, H&M, Zara und Co in eurem Kleiderschrank? 1 Saison, 2? Sicherlich gibt es auch Ausnahmen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das auf Dauer nicht rechnet und investiere deswegen nur noch in zeitlose, nachhaltig und fair produzierte Ware, die es übrigens auch in Bangladesch gibt. Somit kaufe ich automatisch weniger, aber am Ende habe ich einfach mehr davon. Und die Arbeiter auch.

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