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ICH UND DIE MENSCHEN // LESETIPP

ICH UND DIE MENSCHEN // LESETIPP

Ich und die MenschenAlso entweder bleibt es jetzt herbstlich oder der Sommer meldet sich hoffentlich noch mal mit Schmackes zurück. Aber so oder so: Es ist endlich wieder Zeit für einen Buchtipp. Und dieses Buch “Ich und die Menschen” von Matt Haig ist so saukomisch, intelligent und ein bisschen traurig, dass ich es euch dringend ans Herz legen muss .

Ich hadere ja immer wieder mit unserer Gattung und dem Sinn dahinter, was wir Menschen so tagein tagaus mit dieser Welt und unserem Leben anfangen. Wenn man den Menschen von aussen betrachtet, bleibt eigentlich kein positives Resumé zurück: Wir sorgen für die Massentierhaltung, konsumieren ohne Ende und ohne Rücksicht, zetteln sinnlose Kriege an und überhaupt. Der Mensch. Es ist schwierig mit uns. Die Erde hat so ihre Probleme mit dem größten Parasiten. Tja, und genau darum geht es in diesem Buch. Über uns. Was das Leben so ausmacht und ob der Mensch denn nun gut oder schlecht sei – oder vielleicht keins von beidem.

Man stelle sich vor, es gäbe eine mathematische Formel, mit der der Mensch andere Galaxien bereisen und somit noch auf anderen Planeten sein Unheil anrichten könnte. Und wenn es dann auf anderen Planeten Leben gibt, das weiter entwickelt ist als wir und genau das verhindern will, dann beginnt das Buch an genau dieser Stelle.

Professor Andrew Martin hat diese eine mathematische Formel gelöst, die die Geschichte der Menschheit verändern könnte. Und das blieb nicht unentdeckt. Ein Wesen von einem weit entfernten Stern hat die Aufgabe bekommen, sich den Körper von Professor Martin anzueignen und all jene auszulöschen, die von der Lösung der Formel wissen könnten. Es scheint eine leichte Aufgabe zu sein, denn das Wesen hat im Allgemeinen eine eher schlechte Meinung von den Menschen. Sie sehen mit ihrem Riechwerkzeug wahnsinnig hässlich aus und besonders intelligent sind sie auch nicht. Und so zieht das Wesen in dem Körper von Professor Martin los, um seine Mission zu erfüllen. Dabei stößt das Wesen auf die ersten Kontakte mit Menschen, findet heraus, dass sich gegenseitig zu bespucken doch keine nette Begrüßung unter Erdlingen ist und dass Kleidung eine Voraussetzung für öffentliche Auftritte ist.

Es versucht sich in die Familie von Professor Martin zu integrieren, um nicht weiter aufzufallen und um herauszufinden, was sein Sohn und seine Frau Isobel von der Formel wissen. Anscheinend hat der Hund der Familie ihn durchschaut, aber mit seinen übersinnlichen Fähigkeiten kann er die Krankheit des Hundes heilen und gewinnt so seine Zuneigung. Seltsame Tiere diese Hunde, begeben sich freiwillig in eine untertänige Stellung und laufen gerne an der Leine, nur um im Park dann so zu tun, als seien sie unangeleint komplett frei. Auch die Eigenschaften der Menschen zeigen sich langsam und manche scheinen gar nicht so schlecht: Musik, Erdnußbutter und Wein sind Sachen, an die man sich gewöhnen kann. Und warum der Professor seiner Frau nicht mehr viel Beachtung geschenkt hat, das kann das Wesen vom anderen Stern nicht verstehen. So langsam kippt die Mission und die Auftraggeber werden ungeduldig.

Ich habe dieses Buch verschlungen, fand es rührend und habe Tränen gelacht. Es hilft, einen anderen Blick auf unsere Spezies zu werfen und vielleicht nicht mehr ganz so hart mit der Gattung Mensch ins Gericht zu gehen. Dieser Roman ist so warmherzig und romantisch geschrieben und geht ganz spielerisch auf die Philosophie um den Sinn des Lebens ein.

Also, nehmt euch dieses Buch zur Hand – ob auf dem Liegestuhl am Strand oder bei einem heissen Tee auf der heimeligen Couch, es wird euch danach ein bisschen besser damit gehen, ein Mensch zu sein.

xxbina


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