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WELTVEGANTAG // WIE LEBT ES SICH SO ALS VEGANER

WELTVEGANTAG // WIE LEBT ES SICH SO ALS VEGANER

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Heute ist Weltvegantag. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hätte heute eh eine Kolumne über das Dasein als Veganer/Vegetarier geschrieben, weil mir da in der letzten Woche mal wieder ein paar Dinge sauer aufgestoßen sind. Ich blicke ja nun immerhin schon auf 18 fleischfreie Jahre zurück. Ich kenne eine längere Zeit als Außenseiter, was die Ernährung betrifft. Jahrelang habe ich in Restaurants als vegetarische Alternative nur das Erbens-/Wurzelgemüse, eine Kartoffel mit Sourcream oder einen Salat angeboten bekommen. Jahrelang musste ich mir anhören, ob ich denn auf Diät sei, weil ich mich so anders ernähre und jahrelang habe ich immer wieder so “richtige” Schenkelklopfer am Tisch gehört: “Na Bina, auch ein Stück Fleisch für dich? Höhöhö!” War nie wirklich witzig, wurde aber von den meisten auch nie bemerkt. Ja, ich habe versucht, das Gedisse mit Fassung zu tragen. Und jetzt ändern sich die Zeiten langsam.

Zum Weltvegantag wage ich einen kleinen Rückblick und zeige euch, wie man als Vegetarier oder Veganer so durch die Welt kommt und ob es wirkich die bessere Alternative ist.

Es gab in meiner Zeit als Vegetarierin unzählige Fleischskandale: BSE, Schweinepest, Geflügelseuche, Pferdefleisch, Gammelfleisch… Nie hat ein Skandal die Menschen wirklich zum Umdenken gebracht. Das Grauen der Massentierhaltung passiert hinter den Mauern. Niemand sieht das Leid der Tiere. Es gab eine Formulierung in dem Buch “Tiere essen”, die ich sehr einleuchtend und absolut schockierend fand. Die Massentierhaltung hat kein Interesse an gesunden, glücklichen Tieren. Die Tiere werden so nah an der Grenze zum Tod gehalten, bis sie final geschlachtet werden. Das ist einfach lukrativer. Ich frage mich an dieser Stelle immer: wie kann man sowas überhaupt noch essen?

Aber einem wahren Fleischesser macht man eben nix vor. Der Mensch braucht das einfach. Fleisch ist wichtig. Und schmeckt eben auch so gut. Dieser ganze Tofukram ist kein gleichwertiger Ersatz. Muss er das denn sein? Mal abgesehen davon, dass es mittlerweile wirklich richtig gute Fleischalternativen gibt – vor 18 Jahren sah das noch ganz anders aus. Aber wer meint, dass vegetarische, vegane Küche nicht schmeckt, ist wohl einfach kein sehr kreativer Koch. Ich vermisse absolut nichts und niemand. für den ich je gekocht habe, hat noch zusätzlich nach Fleisch verlangt.

Mich macht es einfach wütend, dass die Fleischesser uns immer stigmatisieren. Die radikalen Vegetarier/Veganer. Der allgmeine Fleischesser sei ja viel toleranter. Gegenüber wem oder was frage ich mich? Tolenrant gegenüber Qual, Tod und Folter. Da bin ich wirklich gerne intolerant. Dann gibt es ja noch den Spruch: “Ich finde gut, was du machst, aber ich könnt das einfach nicht”. Ja? Ich nehme da einfach mal an, dass es auch nie versucht wurde und dass hier eher der Wille als das Können im Weg steht. Es macht mich traurig, dass sich bei diesem Thema von den Fleischessern einfach nicht wirklich viel Mühe gegeben wird.

Klar, heutzutage fühle ich mich mit meiner Ernährungsform weitaus angenommener als noch vor einigen Jahren. Das liegt auch schon daran, dass sich Supermärkte und Restaurants auf Vegetarier und Veganer eingestellt haben. Wenn ich dann aber in Zeitschriften lese, dass die Veganer langsam nerven, dann pocht mir leicht die Halsschlagader. So geschehen in der Grazia neulich. Da hat eine Redakteurin schlecht recherchiert und wollte sich wohl mal Luft machen. Dumm nur, wenn man argumentativ auf der falschen Seite steht. Denn die Veganer und Vegetarier sind nicht hauptsächlich für den Anbau von Soja und die Rohdung des Regenwaldes verantwortlich. Soja wird zum Großteil in der Massentierhaltung verfüttert. Das ist Fakt. Genauso wie ein Mensch pro Jahr ca. 50 Kilogramm Fleisch im Jahr verzehrt. Dass die Massentierhaltung mit das Schlimmste ist, was die Industrialisierung hervorgebracht hat, will kaum jemand wahr haben. Es schmeckt ja auch so gut. Es schadet euch, den Tieren und der Umwelt. Wie kann da ein Stück Braten wichtiger als dieses Wissen sein? Wie kann man das rechtfertigen und verantworten?

Einen sehr guten Beitrag hat hier der wunderbare Hagen Rether zusammengetragen. Wer ein paar Minuten Zeit hat, sollte sich ihn ansehen. Hier ist alles auf den Punkt gebracht.


Jetzt kam diese Woche nun endlich ans Tageslicht, dass weiterverarbeitetes Fleisch krebserrend ist und auf einer Stufe mit Plutonium steht. Aber der Mensch lässt sich eben nicht gerne seine Wurst vermiesen. Als neulich im Radio ein Fleischereimeister zu dieser Erkenntnis befragt wurde, meinte er nur, dass die Fleischalternativen ja auch nicht richtig schmecken. Dann eben weiterhin sich das Plutonium reinschaufeln. Ich bin immer wieder begeistert von der Lernfähigkeit des Menschen.

Absurderweise wird uns ja auch Milch ständig empfohlen. Warum eigentlich? Welches ausgewachsene Tier trinkt denn noch Milch? Sterben die etwa alle an Calcium-Mangel?! Warum mögen wir die Lügen der Lebensmittelindustrie so gerne? Warum wehren wir uns gegen neue Ernährungsmöglichkeiten, wenn sie uns allen helfen könnten? Wir haben nur diesen einen Planeten und wenn wir auf den und die Mitbewohner nicht Acht geben, dann sieht es düster für uns aus. Aber vielleicht haben wir es dann auch nicht anders verdient.

Leider sind die Tiere für mich hier die, die schützenswert sind und deswegen werde ich mich weiter so ernähren und versuchen, auch andere aufzuklären. Wenn ihr eine Veränderung wollt – go veggie! Go vegan!

xxbina


  1. Lena

    2 November

    Oh du sprichst mir einfach so unglaublich aus der Seele! Mich ärgern genau die gleichen Dinge wie dich. Du hast vollkommen recht, die Leute, die sagen, sie könnten sowas nicht, haben es doch noch nicht mal ausprobiert. Aber die Menschen wollen weiterhin in ihrer kleinen heilen Welt leben und es soll sich bloß nichts ändern. Jetzt fangen doch wieder alle an, sich die Entscheidung der WHO schön zu reden. Sowas macht mich wirklich richtig wütend. Man muss tatsächlich auf nichts mehr verzichten und die Umstellung zu einer veganen Ernährungsweise ist so einfach wie noch nie. Das sind doch alles nur Ausreden. Das Schwierigste ist, dass man echt versuchen muss, den Glauben nicht zu verlieren und weiterhin positiv zu bleiben.

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

    • *thea

      2 November

      Ein toller Text! Ich esse jetzt seit zwei Jahren kein Fleisch mehr und habe nie versucht, konventionelle Gerichte 1:1 mit Fleischersazu a la Tofu zu nachzumachen. So lustig wie eng man als Fleischesser denkt – das war bei mir vorher auch so – aber ich war dann mehr neugierig als abgeneigt, habe viel ausprobiert und gemerkt, dass frisches Gemüse und Obst sowieso viel mehr mein Ding ist. Und als zwei Kaninchen bei uns eingezogen sind, kam die emotional ethische Komponente noch dazu. Mittlwereile versuche ich immer mehr Mahlzeiten auch vegan zu gestalten – und finde es wiederum sehr lecker, gut fürs Gewissen und den Körper. Zum Glück verbreitet sich die Idee, weniger Fleisch zu essen immer mehr in der Gesellschaft – aber die alten Argumente, die einfach nicht stimmen hört man immer noch viel zu oft. Grüne Grüße!

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