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KLEINE FASHIONWEEK REVIEW // FASHION CHANGERS COMM...

KLEINE FASHIONWEEK REVIEW // FASHION CHANGERS COMMUNITY TALK

Am Dienstag bin ich zur Fashion Week gefahren. Aufregender und schlimmer hätte der Tag nicht starten können: verschlafen, verschnupft und absolut verspätet. Ich fühlte mich krank und mir ist mein Zug nach Berlin sprichwörtlich vor der Nase weggefahren. Ein neues Ticket wurde dann überteuert gekauft. Aber eine Absage war für mich keine Option. Erst mal wartete natürlich ein abwechslungsreicher Tag mit vielen netten Gesichtern aus dem Fair Fashion Bereich auf mich und dann war ich Teil eines Community Talks bei den Fashion Changers. Und da reisst man sich eben einfach ein wenig zusammen. Ich bin froh, dass ich es getan habe. Obwohl ich mich auf dem Rückweg wieder miserabel fühlte. Heute sieht die Welt aber schon wieder anders aus und ich kann für euch die Erlebnisse ein wenig Revue passieren lassen.

Warum sich die Fashion Branche ändern muss, lässt sich eigentlich ganz einfach beantworten. Aber viele stellen sich vielleicht nicht die richtigen Fragen.

Ich habe mir bereits Tage vorher Gedanken darüber gemacht, was ich denn genau bei dem Talk erzählen möchte. Es ging um folgendes Thema: Wenn ein Modeblog nicht mehr reicht: Wie schaffe ich wirkliche Awareness bei meinen Leser*innen? Neben einer persönlichen Vorstellung von mir und meinem Blog, wollte ich vor allem auf den Moment der Veränderung eingehen. Obwohl es keinen richtigen Aha-Moment gab, sondern eher eine stetige Bewusstseinsveränderung stattgefunden hat. Und weil noch vier weitere Bloggerinnen über ihre persönlichen Erlebnisse gesprochen haben, dachte ich, es wäre eine gute Idee, euch auch hier noch mal daran teilhaben zu lassen.

Schliesslich kann man nie genug über dieses wichtige Thema sprechen. Warum so wichtig? Nun, Mode scheint ein oberflächliches Thema zu sein. Aber es ist einer der größten Industrien weltweit. Und unser Konsum hat Ausmaße erreicht, die nicht mehr tragbar sind. Und wir alle machen mit.

Natürlich ist Mode ein schönes Thema. Mode macht Spaß. Drückt Gefühle, Zugehörigkeiten, Interessen aus. Aber dass andere Menschen, Tiere und unsere Umwelt darunter leiden, müssen wir uns einfach vor Augen führen. Ob wir wollen oder nicht. Zumindest dann, wenn uns unsere Welt nicht komplett egal ist.

Es geht nicht darum, alles sofort zu 100% richtig zu machen. Auch kleine Schritte in die richtige Richtung zählen.

Kurz zusammengefasst, warum mir ein konventioneller Modeblog nicht mehr reichte: Mode darf nicht nur oberflächlich sein. Klamotte wurde von uns zu Wegwerfartikeln generiert, die faktisch keinen Wert mehr haben (wie kann ein T-Shirt günstiger als ein Kaffeegetränk sein?). Menschen werden offensichtlich ausgebeutet, Kinder versklavt, Tiere gefoltert und die Umwelt irreparabel geschändet. Und das für Artikel, die wir nicht wirklich brauchen und die wir nur kurz konsumieren. Als Modedesignerin haben mir irgendwann die Designprozesse nicht mehr gefallen, weil alles so austauschbar war. Noch ein T-Shirt mit irgendeinem austauschbaren Print. Und noch eins. Und noch eins.

Also habe ich beschlossen, dass ich mit meinem Blog etwas anderes machen möchte. Ich möchte inspirieren, dass sich Leute mit Alternativen befassen. Dass andere sehen, dass Fair- und Eco-Fashion durchaus Spaß machen. Dass man nicht sofort alles über den Haufen werfen muss, aber dass sich ein Blick hinter die Kulissen sehr wohl lohnt. Denn Mode macht eigentlich nur Spaß, wenn sie auf der anderen Seite nicht so große Schäden verursacht.

Und das fand ich auch beim Community Talk so großartig. Alle waren sich einig in der Aussage, dass man nicht perfekt sein muss. Das wäre reine Demotivation. Also: auch kleine Schritte zählen – solange sie in die richtige Richtung gehen.

Aller Anfang ist schwer, aber mittlerweile kann man sich schnell und einfach über Alternativen zur herkömmlichen Mode informieren.

Für mich war der Anfang damals gar nicht so leicht. Ich hatte das Gefühl, aus einem Club auszutreten: nicht mehr bei H&M, Zara und Co. einkaufen. Herrje. Aber nach und nach habe ich dadurch andere Marken, Designer und Labels entdeckt. Die Lücken füllten sich und jetzt habe ich das Gefühl, einen viel individuelleren Stil zu haben.

Und ja, ich bin immer noch ein Modemädchen. Ich befasse mich einfach unglaublich gerne damit. Und ich mag gerne Looks kreieren und nach tollen Teilen suchen. Aber es hat sich für mich schon sehr viel geändert. Und ich merke auch an den Nachfragen von euch, dass euch das Thema Fair Fashion interessiert. Vielleicht ist noch nicht jeder da angekommen, sich komplett von Fast Fashion zu trennen, aber entdeckt durch die Fair Fashion Blogger dann doch das eine oder andere faire Label. Das sind die ersten Schritte. Und wer weiss, wozu die noch führen können.

Um diesen Talk ein wenig weiterzuführen: Wie steht ihr zum Thema Fair Fashion? Was interessiert euch besonders, was eher weniger? Sprecht ihr mit anderen Leuten darüber?

xxbina


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